NEUE MÖGLICHKEITEN durch AI (ARTIFICIAL INTELLIGENCE) in der VIDEOBRANCHE

Artificial Intelligence kurz auch AI verändert schon seit einiger Zeit das Denken und Arbeiten im digitalen Bereich. Sei es in der klassischen IT oder wo anders. Mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz lassen sich so manche Prozesse und Arbeitsschritte nicht nur erheblich erleichtern, sondern gar ganz automatisieren. Inwiefern betrifft diese Technologie aber uns als Content Creator im Bereich Online Video? Nach und nach werden verschiedenste Softwarelösungen für Filmschaffende vorgestellt, die auf einer AI basieren. Heute möchte ich über vier Bereiche reden, in denen uns eine künstliche Intelligenz bei der Arbeit helfen kann.

UPSCALING

Einer dieser Bereiche ist das sogenannte Upscaling. Worum geht es hier? Simpel gesagt um genau das, was der Name verspricht. Das künstliche Vergrößern von Bildern. In einer digitalen Kamera ist immer ein Sensor verbaut der bis zu einer gewissen Auflösung, abhängig von den Pixeln, ein Bild aufnehmen kann und in den letzten Jahren ist in diesem Bereich einiges weitergegangen. Nichtsdestotrotz gibt es noch genug Aufnahmen, die keine so gute Auflösung besitzen und als verpixelt oder verschwommen wahrgenommen werden. Wenn wir diese Aufnahmen aber nur hochskalieren verbessert sich natürlich nicht automatisch die Qualität. Wir haben im Grunde genommen ein größeres Bild mit der gleichen niedrigen Auflösung. In diesem Bereich kann eine AI basierte Software bereits Abhilfe schaffen. Wenn wir nun altes Filmmaterial vergrößern möchten rechnet die Software die durch zahlreiche Eindrücke lernt wie gewisse Bilder aussehen zu unserem Material zusätzliche Pixel hinzu und wir können aus einem alten 720p Filmmaterial eine 4K Datei oder höher generieren. Ein interessantes Beispiel in diesem Bereich ist das Remake des Films Arrival of a Train at La Ciotat von den Gebrüdern Lumière aus 1895. Hier wurde durch eine künstliche Intelligenz ein „Remake“ neu errechnet, welches auf 4K hochskaliert wurde und wenn man diesen Film sieht, würde man nicht glauben, dass dieser aus dem Jahre 1895 stammt.

FRAME-INTERPOLATION

Ähnlich verhält es sich in diesem Bereich. Wo wir vorher mit einer AI-Software zusätzliche Pixel hinzugerechnet haben können wir in diesem Bereich Zwischenbilder errechnen und so die Anzahl der Bilder pro Sekunde beliebig steigern. Wir können nach unseren eigenen Vorstellungen aus einer normalen Aufnahme eine Super-Slomo-Aufnahme errechnen und diese dann in unseren Filmen einsetzen. Hier wird die Software wieder mit möglichst vielen verschiedenen Eindrücken gespeist und errechnet aufgrund von Bewegungen im Bild, was zwischen Frame 1 und Frame 2 sein wird. Wenn wir nun diese beiden Dinge, also Upscaling und eine Frame-Interpolation miteinander verbinden können wir aus jeder beliebigen Aufnahme machen was wir möchten. Das alte Kindervideo von vor 15 Jahren, welches noch in 320p digital aufgenommen wurde könnte bald schon eine hochwertige 8K, 120 FPS Aufnahme sein.

AUTOMATISIERTER VIDEOSCHNITT

Wir haben zuvor über das Material und die Möglichkeiten einer AI-Lösung für die qualitative Änderung des Materials gesprochen. Kommen wir nun zu einem weiteren Schritt: der Verarbeitung des Materials. Wir können davon ausgehen, dass in der Zukunft viele Einzelschritte einer klassischen Schnittarbeit, z.B. das Aussuchen des Materials, das Zusammenfügen einer Bild und Tonspur, das Einarbeiten von Grafiken, Texten etc. automatisch passieren werden. Wie? Natürlich mit der Hilfe einer künstlichen Intelligenz. Diese kann im Schnitt maßgeblich unterstützen und einige eventuell langwierige oder mühsame Prozesse erleichtern bzw. automatisieren. Bei einem Veranstaltungsfilm als Beispiel könnte die Software selbstständig die besten Teile der einzelnen Aufnahmen heraussuchen und automatisch einen passenden Schnitt zur Musik anfertigen. Der Cutter muss nichts mehr tun und lediglich abwarten, bis das Programm fertiggearbeitet hat.

VIDEOANALYSE

Ein letzter spannender Punkt, welchen ich heute noch ansprechen möchte ist der Bereich der Videoanalyse und der Verschlagwortung von Videos für Archive, Datenbanken oder generell das Internet. Auf meiner letzten USA Reise wurde im Rahmen der NAB Show in New York City (Oktober 2019) von Microsoft im Rahmen einer Keynote eine Software vorgestellt, die mittels künstlicher Intelligenz einzelne Videos analysieren und verschlagworten kann. Diese Software erkennt aber nicht nur um was es in einem Film geht, sondern kann bestimmen wie viele Schnitte im Video sind, welche Personen im Video vorkommen, welche Sprachen gesprochen werden, welches Setting vorherrscht, welche Stimmungen von einzelnen Personen ausgehen, ob und wie viele Produkte oder Dinge in dem Video vorkommen etc. die Liste ist quasi unerschöpflich und nach einer solchen Analyse brauch ich als Beispiel nur mehr den Namen der gesuchten Person eingeben und die Software zeigt mir, in welchen Videos die Person wo vorkommt, wie lange sie in welchem Umfeld zu sehen ist, was sie tut und wie die Stimmung der Person ist. Ihr seht, hier ist viel möglich, auch im Bezug auf personalisierte Videos, über die wir schon einmal gesprochen haben. Die Software erkennt jeden Pixel und kann diesen auch zuordnen, sodass in einer Auswertung oder Analyse viel möglich ist und noch viel mehr möglich sein wird. Microsoft stellt eine Demo-Version dieser Software interessierten Usern kostenlos zur Verfügung. Wenn ihr euch also für das Thema AI und Video interessiert, sollet ihr das unbedingt mal ausprobieren. Ich kann euch sagen, es ist mehr als nur spannend und gibt euch einen Einblick, was schon bald mittels AI-Lösungen in unserer Branche möglich sein wird. Googelt einfach den Microsoft Video Indexer und probiert es selbstständig aus.

Ihr habt gesehen, was bereits alles möglich ist und wenn ich mit der Entwicklung der letzten 10 Jahre in der Branche ansehen ist da einiges passiert und es wird auch noch einiges passieren. Muss der Mensch irgendwann nichts mehr machen, außer das Material zu produzieren? Wird es den Beruf des Cutters in dieser Form in den nächsten Jahren überhaupt noch geben? Das sind Fragen, die nicht nur spannend sind, sondern vor allem neue Wege und Ideen in der Branche aufzeigen.

Heute haben wir nur einen Teil der Möglichkeiten, die scheinbar unbegrenzt erscheinen behandelt. Mehr gibt es ein anderes Mal in einem gesonderten Beitrag.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag wieder einen Mehrwert vermitteln. Falls ihr Fragen habt oder Anregungen zu diesem Thema mit anderen teilen möchtet, hinterlasst ein Kommentar.

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und Reaktionen zu diesem Beitrag.

Wir lesen oder sehen uns nächste Woche. Bis dahin: LG und eine erfolgreiche Woche!


Jede Woche neue Beiträge! Trends, Tipps und Background Wissen rund um das Thema Online Video Content! Das alles und einiges mehr gibt’s ab sofort auf diesem Blog! Mein Name ist Paul Kalcher und ich bin Teil der Grazer Medienproduktion Penta Media! Wir produzieren Online Video Content für Werbe- und Kommunikationszwecke für unsere Firmenkunden und in folgendem Blog bekommt ihr jede Woche Tipps, Trends und Background Wissen rund um das Thema Online Video Content um diesen für euch oder euer Unternehmen nutzen zu können! Jeden Donnerstag neu!


No Comments

Leave a Comment

Your email address will not be published.